AbholzungAbgeholzte Flächen so weit das Auge reichtSchlaflose Nächte zwingen zum Handeln

Regula Ochsner, die Initiantin des Solarkocher-Projektes, war in den 70ern im Süden Madagaskars als Animatorin in Frauenprojekten der schweizerischen Entwicklungshilfe (heute DEZA) tätig. Als sie das Land 1998 erneut besuchte, stellte sie schockiert fest, dass inzwischen ganze Wälder abgeholzt worden waren und dadurch auch ein Teil der vielfältigen und einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt verloren gegangen war. Es wurde ihr bewusst, dass die natürlichen Lebensgrundlagen des Landes innert kürzester Zeit zerstört sein würden, wenn die Abholzung im gleichen Tempo weiterginge.

Einige schlaflose Nächte später war klar: Hier muss etwas geschehen.

ZeltErste Aktivitäten in Madagaskar mit einem ZeltDas Solarkocher-Projekt entsteht

Zurück in der Schweiz, erkundigte sich Regula Ochnser nach alternativen ressourcenschonenderen Kochmethoden, da in Madagaskar der grösste Teil des geschlagenen Holzes für die Zubereitung von Mahlzeiten verwendet wird. Nach längerem Suchen stiess sie auf Eduard Probst, einen pensionierten Schreiner aus Hölstein. Angeregt durch Beobachtungen bei Beduinen in der Sahara, hatte er über 20 Jahre zuvor einen Sonnenkocher entwickelt, der unterdessen in vielen Ländern eingesetzt wurde. Eduard Probst, auch Gründer des Fördervereines Solarkocher, war sogleich von der Idee begeistert, das solare Kochen in Madagaskar zu verbreiten.

Eduard ProbstEduard Probst hilft beim Zusammenstellen der SolarkocherSo kam es, dass im Herbst 2000 ein Container mit 500 Bausätzen für Sonnenkocher nach Toliara verschifft wurde. Das Solarkocher-Projekt Madagaskar war geboren. Zu Beginn des Jahres 2001 stellten madagassische Schreiner die ersten Solarkocher unter einem Zeltdach her.

Eine grosse Hilfe für den Erfolg des Sonnenkocherprojektes war Daniel Ramampiherika, madagassischer Professor für erneuerbare Energien an der Universität in Toliara und Präsident einer lokalen Umweltschutzorganisation. Er erklärte sich spontan zu einer Zusammenarbeit bereit. Er hatte selbst schon Prototypen von Solarkochern entwickelt, doch fehlten ihm bislang die finanziellen Mittel, um seine Ideen zu verwirklichen und zu propagieren.

KochdemoRegula Ochsner mit Prof. Daniel RamampiherikaIn den bei Toliara gelegenen Dörfern, in denen Regula Ochsner früher tätig gewesen war, wurden die Solarkocher erstmals vorgeführt. Die Funktionsweise und die Vorteile der Solarkocher überzeugten. Fast jede Familie in Miary und Antakoaky wollte einen Solarkocher auf Abzahlung erwerben. Dank Reportagen an Radio und Fernsehen wurde das Sonnenkocherprojekt weiter bekannt.

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